Materialbereitstellung für die Produktion: das Manufacturing-Modul

Um 6:40 Uhr soll die Linie anlaufen. Der Fertigungsauftrag ist freigegeben, die Stückliste stimmt, und trotzdem fehlen am Arbeitsplatz zwölf Dichtungen. Laut System liegen sie im Lager. Gefunden werden sie um halb acht, auf einem Platz, den niemand gebucht hat.

Materialbereitstellung ist der Teil der Produktion, an dem das Lager am meisten Schaden anrichten kann. Diese Seite erklärt zuerst, wie Material sauber an die Linie kommt, und dann, was das Manufacturing-Modul von BizBloqs dabei übernimmt.

Was Materialbereitstellung leisten muss

Die Aufgabe klingt einfach: das richtige Material, in der richtigen Menge, zur richtigen Zeit, am richtigen Arbeitsplatz. Grundlage ist die Stückliste des Fertigungsauftrags. Sie sagt, welche Teile und Rohstoffe in welcher Menge in ein Produkt gehören.

Schwierig wird es an drei Stellen. Der Bestand im System stimmt nicht mit dem Regal überein. Material wird zwar ausgegeben, aber der Verbrauch erst Tage später gebucht. Und was nach dem Auftrag übrig bleibt, wandert zurück in irgendeine Ecke, ohne Buchung.

Bringprinzip oder Holprinzip

Fachleute unterscheiden zwei Grundformen.

Im Bringprinzip schickt das Lager das Material an die Linie. Auslöser ist der Fertigungsauftrag: Sobald er freigegeben ist, wird kommissioniert und bereitgestellt. Das passt zu teuren, auftragsbezogenen Teilen und zu Varianten.

Im Holprinzip holt die Produktion das Material selbst, wenn sie es braucht. Das passt zu billigen Kleinteilen, die ohnehin in Behältern an der Linie stehen.

Die meisten Betriebe mischen beides. Wichtig ist nur, dass jede Entnahme gebucht wird, egal wer läuft.

Eine zweite Entscheidung betrifft die Form. Entweder wird das Material je Produktionsschritt bereitgestellt, oder alles für einen Auftrag geht als Kit zusammen durch die Produktion. Kits lohnen sich bei vielen Varianten und kleinen Losgrößen, weil am Arbeitsplatz nichts mehr gesucht wird.

Was das Manufacturing-Modul übernimmt

Das Lagerverwaltungssystem BizBloqs führt Bestand und Lagerplätze im Standard. Das kostenpflichtige Manufacturing-Modul erweitert es um den Weg in die Produktion und zurück:

  • Material für die Produktion bewegen und nach Stückliste kommissionieren, je Schritt oder als Kit
  • Verbrauch in der Produktion buchen
  • Ware in Arbeit zurückmelden
  • Etiketten drucken
  • Rückmeldung aus der Produktion: Fertigware und nicht verbrauchtes Material, auf Wunsch mit Etikett
  • Qualitätskontrolle in der Produktion
  • Abfall erfassen
  • Zeiterfassung

Jeder Schritt läuft über den Scanner. Fehlt ein Teil, merkt es der Mitarbeiter beim Kommissionieren für den Auftrag, nicht der Werker beim Linienstart. Wird die Charge eines Rohstoffs beim Wareneingang erfasst, ist sie über den Verbrauch dem Fertigungsauftrag zugeordnet.

Qualitätskontrolle und Zeiterfassung in der Produktion

Die Qualitätskontrolle sitzt dort, wo der Fehler entsteht: am Arbeitsplatz, bevor Fertigware ins Lager zurückgeht. Was nicht freigegeben ist, steht im System nicht als verfügbarer Bestand.

Die Zeiterfassung gehört zum Modul und ist kein eigenes Produkt. Es gibt zwei Formen. Entweder trägt der Mitarbeiter seine Stunden als Stundenzettel ein. Oder er meldet am Scanner Start, Pause, Fortsetzen und Stopp, jeweils mit einem Grund aus einer festen Liste. Die zweite Form zeigt, warum eine Maschine stand: Materialmangel, Rüsten, Störung.

Wo das Modul aufhört

Das Manufacturing-Modul plant nicht. Welcher Auftrag wann auf welcher Maschine läuft, entscheidet das ERP oder eine Planungssoftware wie vPlan. Das Modul führt aus und meldet zurück; kaufmännisch bucht weiter das ERP.

Wer nur montiert, braucht das Modul nicht. Montage auf Auftrag, also während der Kommissionierung, und Montage auf Lager sind im Standard enthalten. Mehr dazu, wie das Lager eine Fertigung insgesamt unterstützt, unter Produktionslogistik.

FIGUR 1Materialbereitstellung und Rückmeldung

Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.

ERP / Planung:Fertigungsauftragmit StücklisteLAGER: Material nachStücklistekommissionieren (jeSchritt oder als Kit)ARBEITSPLATZ:Verbrauch scannen,Ware in ArbeitStart · Pause ·Fortsetzen · Stoppmit GrundFertigwarenicht verbrauchtes MaterialAbfallRückmeldung

In welcher Stufe

In der Stufe KMU gibt es keine Module. In KMU+ kommt das Manufacturing-Modul kostenpflichtig nach Bedarf dazu, zuzüglich der Konfiguration. In Enterprise sind alle Module enthalten, Sie zahlen die Konfiguration. Alle weiteren Module und Standardfunktionen finden Sie unter Funktionen; wie Lagerplätze und Bereiche für Rohstoffe, Ware in Arbeit und Fertigware angelegt werden, unter Lagerstruktur.

Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Betrieb

Wie oft stand im letzten Monat eine Linie, weil Material fehlte, das laut System da war?

Wann wird bei Ihnen der Verbrauch gebucht: beim Entnehmen, am Schichtende oder am Monatsende?

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Was ist Materialbereitstellung?
Materialbereitstellung sorgt dafür, dass Rohstoffe und Teile in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit am Arbeitsplatz liegen. Grundlage ist die Stückliste des Fertigungsauftrags.
Was ist der Unterschied zwischen Bringprinzip und Holprinzip?
Im Bringprinzip stellt das Lager das Material an der Linie bereit, ausgelöst durch den Fertigungsauftrag. Im Holprinzip holt die Produktion das Material selbst, wenn sie es braucht. Viele Betriebe mischen beides: A-Teile werden gebracht, Kleinteile geholt.
Plant das Manufacturing-Modul die Produktion?
Nein. Die Produktionsplanung bleibt im ERP oder in einer Planungssoftware. Das Modul führt aus: Es stellt Material bereit, bucht Verbrauch und meldet Fertigware zurück.
Gehört die Zeiterfassung in der Produktion zum Modul?
Ja. Zeiten werden als Stundenzettel erfasst oder mit Start, Pause, Fortsetzen und Stopp, jeweils mit Grund. Ein eigenes Modul dafür gibt es nicht.
Brauche ich das Modul für Montage?
Nein. Montage auf Auftrag, während der Kommissionierung, und Montage auf Lager sind Standard. Das Modul brauchen Sie, wenn Sie fertigen: Material an die Linie, Verbrauch, Rückmeldung und Qualitätskontrolle.

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