Konsignationslager: wie es funktioniert und wie Sie den Verbrauch erfassen
Ein Hersteller von Schrauben und Dübeln hat bei einem Maschinenbauer drei Regale stehen. Die Ware gehört ihm, bis sie in eine Maschine eingebaut wird. Einmal im Monat kommt sein Außendienst, zählt nach, füllt auf und schreibt auf einen Zettel, was fehlt. Das ist die Rechnung. Und jeden Monat gibt es Streit über die Menge.
Ein Konsignationslager ist ein einfaches Modell mit einer schwierigen Stelle: dem Verbrauch. Diese Seite erklärt zuerst das Verfahren und dann, wie das Konsignationsmodul von BizBloqs den Verbrauch erfasst.
Wie ein Konsignationslager funktioniert
Im Konsignationslager liegt Ware des Lieferanten beim Kunden. Der Lieferant heißt dabei Konsignant, der Kunde Konsignatar. Die Ware, die Konsignationsware, bleibt Eigentum des Lieferanten, bis der Kunde sie entnimmt oder verbraucht. Erst dann wird sie berechnet.
Das Lager kann ein Regal in einer Werkhalle sein, ein Schrank in einer Klinik, ein Verkaufsautomat oder ein ganzer unbemannter Shop. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern die Regel: Bezahlt wird der Verbrauch, nicht die Lieferung.
Vorteile eines Konsignationslagers, für beide Seiten
Für den Kunden: Er bindet kein Kapital in Bestand und hat die Ware trotzdem sofort zur Hand. Er bestellt nicht, er entnimmt.
Für den Lieferanten: Er sitzt beim Kunden im Regal, nicht in einer Ausschreibung. Und er sieht, was verbraucht wird, statt auf die nächste Bestellung zu warten.
Der Haken ist für beide derselbe. Ohne verlässliche Erfassung des Verbrauchs wird die Rechnung zur Verhandlungssache, und der Lieferant weiß nicht, wie viel ihm draußen noch gehört.
Konsignationslager oder Vendor Managed Inventory
Beim Vendor Managed Inventory steuert der Lieferant ebenfalls den Bestand beim Kunden, aber die Ware gehört dem Kunden ab der Lieferung. Im Konsignationslager gehört sie dem Lieferanten bis zum Verbrauch. Der Unterschied entscheidet, wann berechnet wird und wessen Bestand in welcher Bilanz steht.
Was das Konsignationsmodul übernimmt
Das Lagerverwaltungssystem BizBloqs führt Ihr eigenes Lager. Das kostenpflichtige Konsignationsmodul führt zusätzlich die Ware, die Ihnen gehört und beim Kunden liegt.
Den Verbrauch erfassen Sie auf einem von zwei Wegen:
- Der Kunde scannt. Jede Entnahme wird mit dem Scanner erfasst, am Regal, am Schrank oder am Automaten.
- Ihr Außendienst erfasst. Er kommt vorbei, füllt auf und scannt dabei, was seit dem letzten Besuch verbraucht wurde.
Berechnet wird nur dieser Verbrauch. BizBloqs liefert die Verbrauchsdaten an Ihr ERP, und das ERP stellt die Rechnung. Gleichzeitig sehen Sie jederzeit, wie viel Ihrer Ware bei welchem Kunden liegt, je Artikel und, wo nötig, je Charge.
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Wo Konsignationslager eingesetzt werden
Verkaufsautomaten und unbemannte Shops. Die Ware gehört dem Betreiber oder Lieferanten, bis jemand sie kauft. Der Bestand je Automat zeigt, wohin die nächste Tour fährt.
Pharma. Medizinische Verbrauchsartikel liegen in Kliniken und Praxen und werden nach Verbrauch berechnet. Chargen und Verfallsdaten müssen dabei stimmen. Mehr unter Pharmalogistik.
C-Teile beim Hersteller. Schrauben, Dichtungen und Verbrauchsmaterial liegen direkt an der Fertigung. Mehr zum Thema im C-Teile Management.
Und die Umsatzsteuer?
Für grenzüberschreitende Konsignationslager innerhalb der EU gibt es seit 2020 eine eigene Regelung im Umsatzsteuergesetz, § 6b UStG. Sie verlangt unter anderem, dass Lieferant und Kunde ein Register über die Ware führen. Saubere Bestands- und Verbrauchsdaten helfen dabei. Ob die Regelung für Ihren Fall gilt und was sie verlangt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung; diese Seite gibt dazu keinen Rat.
In welcher Stufe
In der Stufe KMU gibt es keine Module. In KMU+ kommt das Konsignationsmodul kostenpflichtig nach Bedarf dazu, zuzüglich der Konfiguration. In Enterprise sind alle Module enthalten, Sie zahlen die Konfiguration. Alle Module unter Funktionen.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Betrieb
Wie viel Ihrer Ware liegt heute bei Kunden, und woher wissen Sie das?
Wie oft wurde im letzten Quartal über eine Verbrauchsabrechnung diskutiert?
- Was ist ein Konsignationslager?
- Ein Lager beim Kunden, in dem Ware des Lieferanten liegt. Sie gehört dem Lieferanten, bis der Kunde sie entnimmt oder verbraucht. Erst dann wird sie berechnet.
- Welche Vorteile hat ein Konsignationslager?
- Der Kunde bindet kein Kapital in Bestand und hat die Ware trotzdem sofort zur Hand. Der Lieferant sichert sich den Kunden und plant seine Nachlieferungen. Beide brauchen dafür eine verlässliche Erfassung des Verbrauchs.
- Was ist Konsignationsware?
- Ware, die der Lieferant beim Kunden einlagert und die bis zur Entnahme im Eigentum des Lieferanten bleibt.
- Wie wird der Verbrauch erfasst?
- Mit dem Konsignationsmodul auf zwei Wegen: Der Kunde scannt jede Entnahme selbst, oder der Außendienst des Lieferanten erfasst den Verbrauch, wenn er vor Ort auffüllt. Berechnet wird nur dieser Verbrauch.
- Was gilt umsatzsteuerlich?
- Für grenzüberschreitende Konsignationslager innerhalb der EU gibt es seit 2020 eine eigene Regelung (§ 6b UStG), die unter anderem ein Register verlangt. Ob und wie sie für Ihren Fall gilt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.